(Veröffentlicht am 20.05.2022) Das Projekt „FAIR Data Spaces“ feiert diese Woche sein einjähriges Bestehen. Anfang April letzten Jahres wurde der Projektantrag beim BMBF eingereicht und bereits am 17.05.2021 startete die Förderung. Seitdem konnte die FAIR Data Spaces-Community aufgebaut werden und erste Meilensteine gemeinsam erreicht werden.

Das Ziel der 16 beteiligten Projektpartner ist der Aufbau eines Cloud-basierten Datenraums für Wirtschaft und Wissenschaft. Das Projekt verbindet dabei die beiden Initiativen Gaia-X und NFDI. Beide streben den Datenaustausch in ihrer jeweiligen Anwendungsdomäne an. Die föderierte Dateninfrastruktur Gaia-X visiert den Datenaustausch in der Wirtschaft durch Schaffung sicherer, vertrauenswürdiger Datenökosysteme an. Die Förderung eines effektiveren Wissenschaftssystems ist das Ziel des Vereins Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) e.V., welcher ein Forschungsdatenmanagement über sämtliche Fachdisziplinen hinweg aufbaut. 

Das Projekt FAIR Data Spaces identifiziert Synergien zwischen den vorhandenen Technologien und Communities beider Initiativen und baut diese weiter aus. Dabei schafft FAIR Data Spaces die Basis für einen gegenseitigen Austausch von Daten und ermöglicht eine gemeinsame Analyse dieser Forschungsdaten. In den fünf Arbeitspaketen „Roadmap & Community“, „Ethik & Recht“, „Technische Grundlagen“, „Demonstratoren“ und „Projektmanagement“ werden gemeinsame Ziele erarbeitet, ethische und rechtliche Rahmenbedingungen für den Datenaustausch geklärt, technische Grundlagen geschaffen und Machbarkeitsstudien zum souveränen Austausch entlang der FAIR-Prinzipien durchgeführt.

Im ersten Projektjahr wurde die Basis für die Definition einer gemeinsamen Infrastruktur zwischen den beiden Domänen geschaffen. Dies beinhaltet die Erstellung einer Landkarte mit relevanten Themen und Akteuren, die aufgrund der hohen Dynamik rund um das Thema Data Spaces kontinuierlich weitergeführt wird. Zudem wurden erste ethische und rechtliche Fragestellungen identifiziert und beantwortet. So wurden etwa generische Mustertexte für die Einwilligung in die Sekundärnutzung personenbezogener Daten erstellt und die rechtliche Anschlussfähigkeit an weitere Datenräume untersucht. Auf der technischen Seite wurde ein initiales Architekturkonzept aufgestellt, mit dem NFDI-Dienste auf Gaia-X Federation Services abgebildet werden können. Erste Anwendungsbeispiele für eine plattformübergreifende Analyse und den Austausch von Daten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wurden von den Demonstratoren erbracht. Die Entwicklungen und Meilensteine der fünf Arbeitspakete wurden im Rahmen der Veranstaltung „Leitbild einer fairen Datenökonomie in Deutschland und Europa“ unter Schirmherrschaft des BMBF im März vorgestellt und bildeten den zweiten Projektworkshop. Der erste Projektworkshop mit Fokus auf rechtliche Fragen fand bereits Anfang Februar statt.      

Auch im kommenden Projektjahr wird FAIR Data Spaces die technischen Entwicklungen beider Initiativen weiterverfolgen und stärker miteinander vernetzen. Zudem wird die Verknüpfung mit weiteren Initiativen und Datenräumen auf nationaler und europäischer Ebene weiter ausgebaut werden. Auf zwei erfolgreiche Projektworkshops werden weitere Workshops mit zusätzlichen Akteuren folgen. 

Nach diesem gelungenen Projektstart freuen wir uns auf das nächste Jahr mit spannenden Fragestellungen und herausfordernden Aufgaben.

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Forschungsdaten FAIR für Wirtschaft und Wissenschaft nutzbar machen

Um das Potenzial von Daten voll auszuschöpfen braucht es sowohl Vertrauen zwischen den verschiedenen Akteuren als auch praktikable technische und rechtliche Grundvoraussetzungen. Hierüber haben sich am 20. September Vertreter:innen des Vereins Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) e.V., des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) offen ausgetauscht.

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